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23.10.16 / Männer

Hambüchens umjubelte Rückkehr in die Bundesliga - Favoriten halten Kurs auf Finale

Mit einem viel umjubelten Einsatz in der Partie KTV Obere Lahn gegen TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau hat sich Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen am vierten Wettkampftag der Deutschen Turnliga (DTL) zurückgemeldet. «Dass Fabian das erste Mal seit Rio wieder geturnt hat, hat für uns der Sache natürlich noch das i-Tüpfelchen aufgesetzt», freute sich KTV-Coach Albert Wiemers über den 52:20 Erfolg und sprach seinem gesamten Team ein großes Lob aus. «Denn geturnt wurde auch an den Geräten, wo Fabian nicht eingesetzt war», sagte er wohl wissend, dass seine Mannschaft die ersatzgeschwächten Schwaben an diesem Tag vermutlich auch ohne ihren Superstar unter Kontrolle gehalten hätte. «Das weiß man aber vorher nie. Und wenn man so jemanden dabei hat, der sich auch so in den Dienst des Teams stellt, dann ist das für alle eine tolle Sache. Die will man auch nicht missen», sagte Wiemers.

Den Fans jedenfalls war's gleich - mit 1500 Zuschauern war die Gaßmann-Halle in Marburg restlos ausverkauft. «Wir mussten sogar noch 100 Leute wieder nach Hause schicken», berichtete von einer «Partystimmung» rund um den Wettkampf. Vom einem möglichen zweiten Einzug ins DTL-Finale dagegen möchte er noch nichts hören. «Wenn man auf Platz vier steht, dann ist man nach einem weiteren Wettkampftag auch ganz schnell auf Platz fünf. Und dann ist man nicht mehr im Finale. Das ist Sport. Am Schluss wird zusammengezählt», warnte der KTV-Coach vor verfrühter Euphorie.

Gleichzeitig «Es wird auch nicht der letzte Wettkampf gewesen sein, den er für die KTV bestreitet», ist sich der Trainer der Nordhessen sicher. «Er hätte ja auch sagen können, ich mache jetzt ein Wochenende frei. Aber das stand für ihn außer Frage. Das ist auch für den Betrachter von außen ganz klar geworden. Der macht das, weil er dazu gehören will und sich in der Gruppe da wohlfühlt», glaubt Wiemers, der durch Hambüchen auch einen «positiven Spirit» in seinem beobachtet hat. «Ein Fabian ist sich eben auch nicht zu schade, einem anderen die Matte hinzulegen und dafür zu sorgen, dass das Gerät präpariert ist.»

Ähnlich gute Stimmung herrschte beim Tabellenführer aus Straubenhardt nach dem 49:24-Sieg bei der Siegerländer KV. Zunächst allerdings musste der Meister aus dem Schwarzwald einem 0:9-Rückstand aus dem misslungenen Auftakt am Boden nachlaufen. «Wir wussten, dass so laufen könnte. Wir konnten die richtig gute Bodenübung nicht setzen, da wir Marian Dragulescu zu Hause gelassen hatten. Und da waren die einfach besser als wir», räumte Teamcoach Dirk Walterspacher ein. Der 35 Jahre alte Rumäne, verriet er, bekomme eine dreiwöchige Auszeit und soll erst wieder in Stuttgart am 12. November ins Geschehen eingreifen.

«Daher war der ein oder andere verlorene Scorepunkt ja eingeplant, aber dass die SKV sich so stark präsentiert, hat uns dann doch ein bisschen überrascht. Die haben es bis zum Sprung richtig spannend gemacht», findet Walterspacher, der an diesem Tag den überragenden Top-Scorer Marcel Nguyen (16 Scorepunkte) in seinem Team herausheben wollte. «Er hat drei Geräte mehr geturnt und allesamt fehlerfrei», zollte er dem 29-Jährigen ein großes Lob. Im Kampf um den Einzug ins große DTL-Finale sieht man sich in Straubenhardt natürlich noch immer als Favorit. «Doch Stuttgart hat mit sehr sauberen, konstanten Leistungen gezeigt, dass das ein sehr interessanter Wettkampf werden wird. Da wird es auch die TG Saar nächste Woche nicht so einfach haben», glaubt Walterspacher. «Vorprogrammiert» sei in Sachen Finale daher «nichts».

Die TG Saar landete beim TSV Monheim mit 53:26 den erwartet deutlichen Sieg. Die Saarländer mussten allerdings an den Ringen Federn lassen. Dort setzte sich Monheim mit 8:7 durch und sicherte sich wichtige Gerätpunkte im Kampf gegen den Abstieg. Topscorer der TG war der ukrainische Mehrkampfstar Oleg Verniaiev mit 27 Punkten, gefolgt von Monheims James Hall, der insgesamt 21 Punkte für sein Team sammelte. Während die TG Saar damit auf Platz drei der Tabelle weiter Kurs auf den Endkampf in Ludwigsburg hält, schaffte es der TSV Monheim auch am vierten Wettkampftag nicht, die rote Laterne der 1. Bundesliga loszuwerden.

Härtester Verfolger von Tabellenführer KTV Straubenhardt bleibt nach dem 39:25 gegen Rekordmeister SC Cottbus jedoch der MTV Stuttgart. Die Schwaben traten wieder mit Steve Woitalla an, der allerdings am Sprung keine Scorepunkte gegen den Cottbuser Leonard Prügel herausholen konnte. Top-Scorer in Stuttgart war Prügels Teamgefährte Christopher Jursch, der insgesamt 10 Punkte für die Lausitzer einfuhr. Der starken Teamleistung von Alexander Maier (9), Daniel Weinert und Sebastian Krimmer (beide 7) konnte Cottbus jedoch am Ende nicht genug entgegen setzen.
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