BUNDESLIGA | FRAUEN
Leah Grießer beendet internationale Turnkarriere

Fragt man sie nach dem Highlight ihrer Karriere, kommt ihr sofort das Jahr 2018 in den Sinn. Denn danach wurde sie nach einer mehrmonatigen Auszeit und einem ausgedehnten Urlaub in Australien und Neuseeland in Leipzig deutsche Meisterin am Boden. Der zusätzliche Lohn: Die Teilnahme an der WM in Doha/Katar und der Einzug dort ins Teamfinale. «Aber auch die European Games 2015 in Baku waren eine großartige Erfahrung», erinnert sie sich. Zuletzt sei ihr aber auch immer stärker bewusst geworden, dass sie eigentlich nicht der Wettkampftyp sei. «Ich turne super gerne. Aber Wettkämpfe habe ich eher als Stress wahrgenommen. Generell hat mir die tägliche Trainingsarbeit die größte Freude gebracht», verriet sie.

Auch zur aktuellen Diskussion um Trainer und Trainingsmethoden hat Grießer am Ende ihrer Karriere eine Meinung entwickelt. «Zwischen Trainern und Athleten sollte es eine vertrauensvolle Beziehung auf Augenhöhe geben. Sinnvoll wäre auf jeden Fall zudem, das Startalter für die großen internationalen Wettkämpfe um zwei Jahre auf dann 18 anzuheben», ist sie überzeugt. Ob die Zeit es künftig noch zulassen wird, weiterhin mit Karlsruhe in der Bundesliga zu starten – Grießer weiß es noch nicht. «Aber wer weiß, vielleicht turne ich ja dann noch die eine oder andere Übung. Die Kunstturn Region Karlsruhe und Taty Bachmayer halten mir die Tür offen – das ist schön zu wissen», sagte sie. Ihr Verhältnis zu Karlsruhes Cheftrainerin beschreibt sie wegweisend. «In der Halle und mit ihr habe ich ja fast mehr Zeit verbracht, als mit meiner Familie. Wir haben super zusammengearbeitet, es war eine Traumkonstellation. Dafür bin ich sehr dankbar».